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Dinkelsbühl | News-Meldung | Camping-in-Deutschland.de

DinkelsbühlNews-Meldung vom 24.11.2008

Die Stadt an der Wörnitz zeigt sich als romantisches Idyll mit viel Sehenswürdigem und als weltoffener GastgeberDinkelsbühl hat Charme. In einer landschaftlichen Senke gelegen, umzingelt eine komplett erhaltene Stadtmauer mit 18 Türmen und vier Stadttoren den Stadtkern mit den vielen historischen Fachwerkhäusern, dem Marktplatz und manch verwinkelter Gasse. Die Fassaden sind farbenprächtig getüncht, Blumen zieren Fensterbänke. Liebevoll wie aufwändige hergestellte Schilder und Figuren weisen darauf hin, was in Sachen Handwerk und Dienstleistung im dem Haus vor einem geboten wird.

Dinkelsbühl gibt sich vom ersten Kontakt an großzügig. Beispiel Parken: Fünf große Plätze in direkter Nähe zur Stadtmauer bieten Gästen und Besuchern an, dort ihre Vehikel abzustellen. Und das ganze vollkommen kostenfrei! Natürlich kann auch in die Stadt gefahren werden, anzuraten ist es allerdings nur bedingt. Zum einen sollte man den Einheimischen nicht ihr schon begrenztes Parkpotential noch weiter reduzieren, zum anderen sind an schönen Tagen sehr viele Besucher, die oft gruppenweise im Bus anreisen, per Pedes unterwegs, dass man sich inner Orts einfach leichter tut, wenn man sich selbst auch auf Schusters Rappen bewegt. Da Dinkelsbühl nun wahrlich keine Großstadt ist, halten sich die zu erwartenden (Wander-) Entfernungen im erträglichen Rahmen. Das soll aber nicht heißen, dass man Dinkelsbühl sozusagen einfach in einem touristischen Durchmarsch abfeiern sollte. Die Stadt an der Wörnitz bietet viel, und je intensiver man sich mit ihr beschäftigt, desto reichhaltiger zeigen sich ihre Offerten. Wo zum Beispiel findet man ein Museum für Dreidimensionales, oder eines, das die Geschichte der Hexenjagd aufbreitet. Und brandaktuell: die Fertigstellung vom Haus der Geschichte (siehe dazu Seite 40) welches am 18. Oktober Eröffnung feiern wird.

Unser Tipp für einen Besuch der fränkischen Stadt lautet: Die Anreise sollte morgens oder am späten Nachmittag erfolgen. Zum einen, weil dann die Lichtstimmungen (sofern die Sonne scheint) noch einen weiteren Zauber über die ehrwürdigen Gemäuer legen, zum anderen hat die tägliche städtische Betriebsamkeit noch nicht ihren Zenit erreicht bzw. schon überschritten. Es ist irgendwie ruhiger und heimeliger. Mit gutem Schuhwerk gerüstet kann es losgehen. Entweder an der Mauer entlang und/oder durch die Sträßchen und Gassen, die teils noch mit Kopfstein gepflastert sind. Besteht keine Lust auf Stromern und Flanieren, laden die Grünanlagen bei der Wörnitz oder beim Weiher am Rothenburger Tor zum „Seele baumeln lassen“ ein.

Machen sich Durst und Hunger bemerkbar, kann die kulinarische Expedition beginnen. Dinkelsbühl ist mit Gaststätten, Restaurants und Cafes ausreichend gesegnet, und die fränkische Küche ist so manche Versuchung wert. Fangfrischer Fisch aus dem gewässerreichen Umland, raffiniert zubereitete Flusskrebse, Deftiges aus der Regionalküche wie Spießbraten in Dunkelbiersoße oder Wildgerichte mit Knödel zaubern so manches Pfützchen auf die Zungen der Gäste. Kulinarisch ist die geografische Nähe zu den schwäbischen Nachbarn oft auszumachen. Käs’spätzle, Maultaschen und Zwiebelrostbraten veredeln manch fränkische Speisekarte. Erweitert wird das Küchenangebot durch internationale Leckereien. Italienische und chinesische Speisenangebote finden sich ebenfalls innerhalb der Stadtmauern, eine Filiale eines Schnellrestaurants mit bekannten „amerikanischen Gerichten“ hat sich außerhalb niedergelassen.

Das mächtigste Gebäude, von allen Seiten schnell auszumachen in der knapp 12.000 Seelen zählenden Stadt, ist das Münster St. Georg. Das Gotteshaus zählt zu den schönsten spätgotischen Hallenkirchen in Süddeutschland. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es immer wieder erweitert und ausgebaut. Die Entstehung des Turmportals ist auf das Jahr 1220/30 datiert. Nikolaus Eselers (der Ältere) schmiedete den Bauplan für das von 1448 bis 1499 im Bau befindliche Gotteshaus. Sein Sohn Nikolaus Eseler (der Jüngere) vollendete das Bauvorhaben des Vaters. Die beiden Baumeister sind übrigens direkte Nachfahren von Peter Eseler, der einst den Mainzer Dom geschaffen hat.

Ein weiterer wichtiger Bau ist die Spitalanlage mit Heilig-Geist-Kirche. In der schmucken, geschlossenen Dreiflügelanlage ist das historische Museum integriert, auf dem Gelände an der Stadtmauer zeugen ein Mühlrad und eine hölzerne Färbermechanik von den Arbeitsweisen vergangener Jahrhunderte.

Im 14. Jahrhundert beschert das Wolltuchgewerbe der einstigen Reichsstadt bemerkenswerten Wohlstand. Die Barchentweberei (ein Mischgewebe aus Baumwolle auf Leinenkette) ergänzte dann ab 1425 das textile Schaffen der Dinkelsbühler. Dreißigjähriger Krieg und mächtige Streitereien zwischen den Konfessionen prägten über Jahrhunderte das politische Geschehen in der Reichsstadt. Damit ist 1802 Schluss, als die Stadt dem Bayrischen Staatsverband beitritt und somit seine Reichsunmittelbarkeit verliert. Dem König Ludwig I. von Bayern ist es zu verdanken, dass das Dinkelsbühler Stadtbild erhalten blieb. Er erließ 1826 ein Verbot, welches den Abbruch von Mauern und Türmen strikt untersagte. Glücklicherweise konnten auch die zwei Weltkriege hier keinen architektonischen Schaden anrichten, so dass heute noch das Flair alter Zeiten erhalten ist.

5Das wohl wichtigste historische Ereignis verdankt Dinkelsbühl seinem Nachwuchs. Achtmal wechselte im Dreißigjährigen Krieg (1618 -1648) Dinkelsbühl seinen Regenten/Besitzer. Im Jahr 1632 sannen die Schweden auf eine Übernahme und belagerten die Stadt. Während die Erwachsenen samt katholischem Rat und drei Bürgermeistern sich nicht auf Widerstand oder Kapitulation in der brenzligen Lage einigen konnten, tauchte plötzlich die Tochter des Turmwächters, die Kinderlore mit Kindergefolgschaft auf und zog traurig singend den übernahmewilligen Nordmännern entgegen. Schwedenkommandeur Klaus Dietrich von Sperreuth, als harter Hund und gnadenloser Krieger bekannt, muss laut Überlieferung dadurch an sein eigenes Leid erinnert und milde gestimmt worden sein. Jedenfalls verzichtete er hier auf Plünderungen und Brandschatzung. Nicht so zimperlich war der Feldherr ein Jahr später mit der Burg Bechthal bei Eichstätt, diese machte er mit Geschützfeuer fast dem Erboden gleich.

Heute ist die Kinderzeche das wichtigste jährliche Ereignis in Dinkelsbühl. Über eine Woche lang wird auch in diesem Sommer (18. bis 27. Juli) in traditioneller Kleidung mit Lagerleben, Theater, Festzug, Tanz und vielem mehr der Kindertat gedacht. Das Spektakel ist zudem schon lange ein Publikumsmagnet. Lebhaft geht es auch Ende Oktober immer zu, wenn die Fischerntewoche ansteht, die dann auch mächtig Einfluss auf die Speisekarten der Stadt nimmt. Geschichtliches gibt es in Dinkelsbühl jeden Abend zu erleben. Ein Nachwächter zieht von April bis Oktober täglich um 21 Uhr seine informative, einstündige Runde. Wem dies zu spät ist, kann sich schon um 14.30 Uhr am Münster zur kundigen Führung ohne Laterne und Gesang einfinden (Unkostenbeitrag: drei Euro).

Die Reichsstadt ist nun wahrlich kein touristischer Geheimtipp mehr. Der jährliche Veranstaltungskalender bestätigt dies eindrucksvoll. Das ganze Jahr über bietet die Stadt ihren Gästen ein sattes Programm mit Events, Festen, Märkten usw.. Empfehlenswert ist zu Beginn einer Dinkelsbühlerkundung der Besuch des Touristik-Service-Büros. Die netten Menschen, die dort arbeiten, halten eine Menge Wissenswertes für Besucher parat und sind stets hilfsbereit. Bodenständig und freundlich, ohne jedoch aufdringlich zu wirken, das ist der Eindruck, den man von den Einheimischen gewinnt, und welcher das Flair der historischen Stadt deutlich prägt. Ob im Restaurant, in einem Laden, auf dem Markt oder auf der Straße, das angenehme Entgegenkommen der Bevölkerung steigert den ohnehin schon hohen Wohlfühlfaktor. Ein spontaner Plausch auf der Straße oder im Geschäft ist nichts Ungewöhnliches und kann einen Besuch bereichern.

Natürlich lebt Dinkelsbühl von seinen Gästen, und Gastfreundschaft ist sicherlich das wichtigste Kapital der Einheimischen. Dennoch gibt es wahrnehmbare Unterschiede, ob sich jemand nur aus wirtschaftlicher Betrachtung sozial verträglich zeigt oder in ihr/ihm ein umgängliches und freundliches Wesen ruht. Wir durften ausschließlich die angenehmeren Erfahrungen machen. Dinkelsbühl bietet viel Geschichtliches und Traditionelles. Aber der Zeitgeist ist keinesfalls an der Stadt vorbeigezogen. Zum Beispiel das Museum 3. Dimension am Nördlinger Tor ist allemal einen Besuch wert. Es ist übrigens, nach Aussage der Verantwortlichen, das Einzige seiner Art weltweit. Eindrucksvolle Hologramme, rotierende Scheiben, die scheinbar ein statisches Bild erzeugen, viele optische Schmankerl, Täuschungen und technische Errungenschaften der visuellen Tiefendarstellung gilt es zu entdecken Das Museum ist für Kinder und Erwachsene gleichermaßen der spannende Eintritt in eine „weitere Dimension“, für den man schon etwas Zeit einplanen sollte. Kunsthandwerk lässt sich im gemeinsamen Atelier „Dinkelsbühler Kunst-Stuben“ von Hildegard und Arthur Appelberg entdecken. Hildegard Appelberg widmet sich der Herstellung von Keramik-Unikaten, ihr Mann hat sich der Grafik verschrieben. In der historischen Grafikwerkstatt stehen die Werkzeuge, die für Holzschnitt, Steindruck, Kupferstich, Radierungen, Buch- und Siebdruck heute noch zum Einsatz kommen. In den Sommermonaten werden zudem Kurse angeboten, und wer möchte, kann sich in dem kleinen „Hotel mit der persönlichen Note“ der beiden Künstler einquartieren. Nicht unweit von der Kunst-Stuben, etwas die Straße hinunter gegenüber dem Rathaus, finden Leseratten im „Antiquariat in der Segringer Straße“ ausreichend interessanten Schmökerstoff. Doch Vorsicht beim Betreten: Große Taschen und mächtige Rucksäcke können in den engen Räumlichkeiten sehr hinderlich sein.

Sehr reizvoll gibt sich die schöne Allee „Alte Promenade“ zwischen dem Südring und dem Segringer Tor, besonders am späten Nachmittag. Ein Spaziergang unter dem alten Baumbestand hat was. Übrigens kann man die Dinkelsbühler Stadtmauer nicht nur von innen, sondern auch außerhalb komplett abgehen. Im Zwielicht präsentiert sich Dinkelsbühl an vielen Stellen richtig sehenswürdig. Wenn die Stadt künstlich angeleuchtet wird und der Himmel sich tiefblau färbt, steht man jedoch am Besten vor dem Rothenburger Tor. Mit dem Lichter spiegelndem Weiher im Vordergrund erlebt man eine malerisch-romantische Szene, die einem den Fotoapparat förmlich auf das Stativ zwingt. Mit etwas Glück kann an dieser Stelle vorher schon ein kräftiges Abendrot den Tagesausklang versüßen. Wer nun glaubt, mit der schwindenden Sonne gibt sich die Stadt zur Ruhe, der irrt. In den Straßen und Gassen hält besonders am Wochenende schon zeitig das Nachtleben Einzug. Restaurants und Kneipen beginnen sich zu füllen, Spaziergänger schlendern über Segringer Straße und betrachten Schaufensterauslagen, Jugendliche treffen sich, um dann gemeinsam loszuziehen. Jazzfreunde sollten zwischen Oktober bis Mai ihren Besuch planen. Der Musiker und Organisator Marco Piludu präsentiert wöchentlich mitunter sehr hochkarätige Jazzkonzerte im Schrannenkeller.

Das Dinkelsbühler Umland ist ein Eldorado für aktive Freizeitgestaltung. Zahlreiche Seen und Weiher laden zu Wassersport, Baden und Erholen ein. Angelfreunde können sich direkt beim Tourismusbüro der Stadt erkundigen, wo Sie mit Rute und Köcher ihr Petriheil finden. Ebenso kommen Radfahrer in der sanfthügeligen, naturreichen Gegend voll auf ihre Kosten, und auch für Wandersleut’ und Reiter gibt es einige Streckenempfehlungen. Eine andere, besondere Strecke ist die „Romantische Schiene“. Einmal im Monat fahren ehrwürdige Dampfloks vom Bayerischen Eisenbahnmuseum in Nördlingen über Dinkelsbühl nach Feuchtwagen und wieder zurück. In den Nostalgiewaggons 2.- und 3.-Klasse finden Einzelreisende wie auch Gruppen (nach Anmeldung) einen Platz, und auch Drahtesel können mitgenommen werden.

Noch wenige Worte zum Übernachten mit einem Reisefahrzeug. Der DCC-Campingplatz liegt ca. 1,5 Kilometer nord-östlich vom Zentrum schön an einem Weiher. Wenige Meter davor ist der zum Camping zählende Stellplatz mit Versorgungsstellen angelegt. Als Stellplatz für Reisemobile ist zudem der P2 nahe dem Nördlinger Tor ausgeschildert, jedoch gibt es hier keine Versorgungsmöglichkeiten. Es lohnt sich, Dinkelbühl einen Besuch abzustatten. Das schmucke Örtchen bietet mehr als nur gut erhaltene von einer intakten Mauer umgebene historische Bauten. Viel Geschichte, Informatives und Sehenswertes, eine köstliche regionale Küche, jede Menge Natur drum herum und freundliche Einheimische machen die Stadt zu einem besonderen Fleckchen Erde, dass zudem schnell erreichbar ist: von der A7 sind kaum mehr als 10 Minuten Fahrzeit erforderlich.



Dieser Artikel wird zur Verfügung gestellt von freizeitguide aktiv und ist dort erschienen in der Ausgabe Mai 2008. Bild/Text: Hans König


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